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Impfung:
Mit Hilfe von Impfungen können diverse wichtige Infektionskrankheiten bei unseren Haustieren wirkungsvoll bekämpft werden. Dabei ist allerdings auch einiges zu beachten. Zum einen sollten nur gesunde Tiere geimpft werden, zum anderen müssen bei allen Impfungen bestimmte Impfintervalle eingehalten werden, um den Impfschutz dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Welche Impfungen für Ihr Tier wichtig sind sollte individuell und zusammen mit Ihrem Tierarzt entschieden werden. Außer der eigentlichen Infektionsgefahr sollten auch eventuell geplante Auslandsaufenthalte bzw. die Teilnahme an Turnieren und Ausstellungen mit in Betracht gezogen werden.

Wie alle Medikamente haben auch Impfungen Nebenwirkungen. Die Bandbreite reicht von vorübergehender Mattigkeit bis zu schweren allergischen Reaktionen. Glücklicherweise treten diese Nebenwirkungen nur sehr selten auf. Bedenken und Fragen dazu klären Sie am besten im persönlichen Gespräch mit Ihrem Haustierarzt.


Impfschema Pferd

  Tetanus Tollwut Influenza Herpes
Grundimmunisierung 2 Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen 1 Impfung 2 Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen 2 Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen
2. Impfung Nach 12 Monaten Nach 12 Monaten Nach 6 Monaten Nach 6 Monaten
Wiederholungsimpfung Alle 24 Monate Alle 12 Monate Alle 6 Monate Alle 6 Monate


Fohlen sollten ab einem Alter von 4-6 Monaten geimpft werden. Bis dahin sind sie nämlich durch die Antikörper geschützt, die die Mutter ihnen in der Biestmilch mitgibt. Um eine ausreichend hohe Antikörperkonzentration in der Biestmilch zu erreichen, ist es natürlich notwendig, daß die Mutter regelmäßig geimpft wird.

Tetanus

Ausgelöst durch ein Bakterium namens Clostridium tetani, das sich besonders gern in tiefen Wunden vermehrt, führt diese Erkrankung zu einem fortschreitenden Versteifen jeglicher Muskulatur. Die Tiere verenden durch Ersticken, sobald die Atemmuskulatur befallen ist.
Pferde sind von allen unseren Haustieren am empfänglichsten für diese Krankheit.


Tollwut

Der Tollwuterreger ist ein Virus der in der Regel durch Bissverletzung von einem erkrankten Tier übertragen wird. Für diese in den meisten Fällen tödlich verlaufende Krankheit sind alle unsere Haustiere und auch der Mensch empfänglich. Trotz fast flächendeckender Imfungen unseres Haustierbestandes und z.T. auch der Wildtiere kommt diese Erkrankung immer wieder vor.


Influenza

Diese ebenfalls durch ein Virus hervorgerufene Krankheit führt zu Husten und anderen Problemen im Atmungsapparat. Für Turnierpferde ist eine regelmäßige Impfung gegen Influenza vorgeschrieben. Bereits eine nicht ordnungsgemäß durchgeführte Grundimmunisierung bzw. unregelmäßige Wiederholungsimpfungen führen zum Ausschluß an der Turnierteilnahme.

Herpes

Diese Viruserkrankung kann zu verschiedenen Krankheitsbildern führen. Neben einer Erkrankung der Atemwege können Hautveränderungen an den äusseren Geschlechtsorganen aber auch an anderen Körperteilen auftreten, sowie eine zentralnervöse Erscheinungsform die mit Ataxien und Lahmheiten einhergeht.


Weitere Informationen unter:

www.vetmed.uni-giessen.de/mvk/2001FNImpfungenAllg.doc


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Wurmkur:
Wurmkuren als Teil der der herkömmlichen Präventivmedizin sind vermutlich jedem Pferdebesitzer geläufig. Das zu einem erfolgreichen Programm gegen Würmer allerdings mehr gehört, als seinem Pferd alle 3-4 Monate eine Wurmkur zu verabreichen, ist nicht jedem bekannt.

Während die Vorfahren unserer Pferde auf weiten Steppen lebten, die dazu auch noch von anderen Tierarten begrast wurden, leben ihre domestizierten Nachfahren i.d.R. auf relativ eng begrenzten Raum. Koppeln werden selten von anderen Pflanzenfressern genutzt. Das führt zu einer Anreicherung von Wurmeiern in der Umgebung des Pferdes, die die Kapazitäten des Immunsystems übersteigt.

Verwurmte Pferde zeigen Leistungsabfall, magern ab, bekommen struppiges stumpfes Fell. Darüber hinaus kann Wurmbefall zu lebensgefährlichen Koliken führen. Besonders nachteilig wirkt sich eine Verwurmung auf junge, sich noch im Wachstum befindende Tiere aus. Sie können in ihrer gesamten Entwicklung zurückbleiben.

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Bewegungsapparat  
       
Ataxie    
Hufrollenentzündung    
Hufrehe    
Arthrose    
Gleichbeinerkrankung    
Spat    
Osteochondrosis Dissecans (OCD)    


Die Ataxie - ein Krankheitsbild mit vielen Ursachen

Dr. med. vet. Friedemann Reichert
Cand. med. vet. Nadine Blum

Der Begriff "Ataxie" taucht immer wieder im Zusammenhang mit Berichten über oftmals tragische Krankheitsfälle beim Pferd auf. Im folgenden wollen wir daher versuchen, das Krankheitsbild aus Sicht der Tiermedizin zu beleuchten und dem Pferdehalter und -züchter näherzubringen.

Die Definition des Krankheitsbildes
Tiere, die Anzeichen einer Ataxie, einer Rückenschwäche oder einen spastisch gestörten Bewegungsablauf zeigen, werden in der Veterinärmedizin als "Wobbler" bezeichnet.
Der medizinische Terminus `Ataxie` leitet sich von dem griechischen Begriff `ataxia- die Unordnung` ab und bezeichnet im Allgemeinen "das Auftreten unzweckmäßiger Bewegungen und Koordinationsstörungen ohne Beeinträchtigung der eigentlichen Muskelfunktionen".
Einfacher ausgedrückt versteht man darunter eine Störung der geregelten Bewegungsabläufe des Organismus.

Aber wie erkennen wir als Pferdehalter ein ataktisches Tier?
Der Begriff `Koordinationsstörung` steht bei dieser Fragestellung im Mittelpunkt.
Ataktische Pferde zeigen häufig dann Schwierigkeiten, wenn der Bewegungsablauf besondere Anforderungen an die Koordination stellt.

  Sie lassen sich nicht oder nur unter Schwierigkeiten rückwärtsrichten,
  meiden stark abfallendes Gelände,
  neigen zum Stolpern und Stürzen, insbesondere bei unebenen Bodenverhältnissen sowie engen Wendungen und
  zeigen häufig schon beim Führen im Schritt einen auffallend schwankenden, breitbeinigen, wie "betrunken" wirkenden Gang.

Allgemeine Entstehungsursache
Die auftretenden Koordinationsstörungen betreffen vor allem den Bereich der Hinterhand.
Dennoch entstehen Ataxien nicht direkt im Gliedmaßenbereich, wie man von der reinen Betrachtung her annehmen könnte. Vielmehr handelt es sich in der Regel um Schädigungen oder anderweitige Beeinträchtigungen des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark):
Die durch die Sinnesorgane (Auge, Ohr, Gleichgewichts- und Tastsinn) eingehenden Umwelteinflüsse werden fehlerhaft von den Nervenbahnen weitergeleitet. Die Muskulatur des Körpers erhält dadurch falsche oder `unsinnige` Befehle, so daß die Bewegungen der Tiere unkoordiniert erscheinen.

Krankheitsursachen im Einzelnen
Zunächst erwähnt seien die klassischen Ataxieerkrankungen. Diese entstehen durch eine dauerhafte Einengung des Wirbelkanals, wodurch das darin befindliche Rückenmark gequetscht wird.
Dieses `Wobbler-Syndrom im engeren Sinne` tritt vor allem bei schnell wachsenden, jungen Pferden (i.d.R. im Alter unter vier Jahren) auf. Häufig betroffen sind leichte, blütige Pferde.
Dabei scheint das schnelle Wachstum Fehlentwicklungen der Halswirbel und ihrer Gelenke sowie degenerative Gelenkserkrankungen zu begünstigen.
Plötzliche Symptome einer Ataxie treten häufig im Zusammenhang mit Berichten über Stürze oder ähnliche Traumen auf. Dadurch hervorgerufene Gewebsschwellungen oder Blutergüsse im Rückenmarksbereich können die Nervenbahnen irritieren und die Impulsübertragung und -weiterleitung beeinträchtigen.
Bei frühstmöglichem Einsetzen einer geeigneten Therapie sind diese Fälle jedoch prognostisch deutlich besser einzuschätzen als die oben erwähnten klassischen Ataxien.
Aber auch im Zuge von Infektionskrankheiten können Koordinationsstörungen auftreten.

  Hierbei zu nennen sei an erster Stelle die Equine-Herpes-Virus-1-Infektion. Dieses Virus ist verantwortlich für die einem jeden Pferdehalter bekannte Rhinopneumonitis; der typische `Husten` im Stall.
  Es kann aber auch Ursache von Hirn- und Rückenmarksentzündungen sein, welche zu teilweise dramatisch verlaufenden, hoch fieberhaften Erkrankungen und Ataxien führen.
  Die Borna´sche Krankheit; eine viral bedingte Infektionserkrankung, welche in der Regel schnell zum Tode führt.
  Die Borrelliose; eine in der Regel durch Zeckenbisse übertragene fiebrige Allgemeininfektion.

Im vergangenen Sommer wurde diese Erkrankung durch zum Teil dramatische Berichte über Hirnhaut- erkrankungen bekannt. Die Prognose ist bei adäquater Therapie jedoch als günstig zu beurteilen.

  Bei der Equinen Protozoären Meningoenzephalitis handelt es sich um eine durch Einzeller ausgelöste nichteitrige Entzündung des Rückenmarkes sowie des Hirnstammes.
  Die Erkrankung zeichnet sich durch Lahmheit, Schwäche und Ataxie aus; dabei kann es aufgrund der Beteili-gung des Hirnstammes auch zu Kreisbewegungen und Depressionen kommen.
  Zuletzt zu nennen sei die Spinale Nematodiasis.

Die Krankheitserscheinungen werden durch Parasiten verursacht, die in das Rückenmark einwandern.
Dabei stehen deren Größe und Anzahl sowie die Lokalisation im Zentralnervensystem in direktem Zusam-menhang zur Ausprägung der Symptomatik.
Neben den bereits genannten Ursachen der Entstehung einer Ataxie gibt es noch weitere, zum Teil auch ungeklärte Krankheitsursachen, auf die hier der Kürze halber nicht weiter eingegangen werden kann.

Diagnoseschritte durch den Arzt
In einem dataillierten Vorbericht sollten zunächst folgende Punkte geklärt werden:

  Wann wurden erstmals Symptome beobachtet?
  Welche Symptome wurden beobachtet?
  Wie war der Verlauf der Erkrankung?
  Gab es vorhergehende traumatische Einflüsse (Sturz, Überschlagen, etc.) bzw. fieberhafte Erkrankungen?
  Wie ist der Impfstatus des Tieres?


Einer kurzen Allgemeinuntersuchung des Pferdes folgt eine ausführliche neurologische Untersuchung. Diese dient in erster Linie der Lokalisation der Erkrankung und kann bereits eindeutige Erkenntnisse über die Krankheitsursache geben.
Je nach Verdacht können dann weitere Standarduntersuchungen (Blutuntersuchung, Röntgen, etc.) oder auch aufwendige Spezialuntersuchungen wie die Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit, Szintigraphie, Computertomographie oder die röntgenologische Kontrastdarstellung des Wirbelkanals in Vollnarkose angeschlossen werden.

Therapie
Aufgrund der aufgezeigten vielfältigen Krankheitsursachen, die zur Entstehung einer Ataxie beitragen, kann keine Standardtherapie vorgeschlagen werden. Vielmehr muß in jedem konkreten Einzelfall nach entsprechender Diagnosestellung ein Therapieplan aufgestellt werden. Die Therapie kann je nach Grundleiden von der Gabe von Entzündungshemmern und Entwässerungsmitteln v.a. bei traumatischen Erkrankungen über die Verabreichung von Antibiotika, Antiparasitika, Immunseren und –stimulantien bei den infektiös bedingten Ataxien bis hin zu unterstützenden physiotherapeutischen Anwendungen reichen.
Immer sollte eine Therapie aber nur dann erfolgen, wenn sie sinnvoll und dem Pferd zumutbar erscheint und wenn sich der Pferdebesitzer bzw. –halter durch eine konkrete tierärztliche Aufklärung des Aufwandes (sowohl finanziell als auch zeitlich) und des reell zu erwartenden Heilungserfolges (Chance zu Überleben, bleibende Folgeschäden, generelle Nutzbarkeit des Pferdes) voll bewusst ist.
Nur so lassen sich die zum Teil langjährigen, oftmals tragischen Krankheitsgeschichten ataxiekranker Pferde mit all den menschlichen, aber leider oft unrealistischen Hoffnungen und daraus folgenden späteren Enttäuschungen vermeiden.
 
Zusammenfassung

  Ataxie ist eine beim Pferd eher selten anzutreffende Erkrankung.
  Die Erkrankungslokalisation liegt in der Regel im Kopf-Hals-Bereich.
  Vor Therapiebeginn sollte daher eine exakte Diagnose gestellt werden.
  Eine Therapie ist nur dann sinnvoll, wenn sie dem Pferd zumutbar ist und den vom Besitzer erhofften Erfolg realistisch ermöglichen kann.
  Die Prognose ist in den meisten Fällen eher vorsichtig bis schlecht zu stellen.
  Bei Verdacht auf Ataxie sollte vor allem bei reiterlicher Nutzung eine tierärztliche Abklärung erfolgen ( Lebensgefahr!).

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Hufrollenentzündung

Die Hufrollenentzündung oder Podotrochlose ist ein häufiges Problem in der Pferdezucht verschiedenster Rassen. Mit der Zunahme des Reitsportes hat dessen wirtschaftliche Bedeutung in der Pferdemedizin eine vorrangige Bedeutung eingenommen .
Hufrollenentzündung ist eine komplexe Erkrankung des Hufgelenkes, der tiefen Beugesehne, der Sehnenscheide und des Strahlbeines. Sie äußert sich durch stumpfen Gang bzw. schleichende Lahmheit in der Regel nur an den Vorderbeinen. Diese Erkrankung ist schon seit der Domestizierung des Pferdes bekannt und wird schon 1829 von Turner das erste Mal in der Literatur erwähnt.
Die Lahmheit lässt sich durch die Beugeprobe der Zehengelenke deutlich verstärken.
Röntgenologisch sind Veränderungen an der Sehnengleitfläche und oberen Rand des Strahlbeins zu erkennen. Am bekanntesten sind die Veränderungen am vorderen Rand des Strahlbeines, an dem die Gefäßkanäle und deren Veränderungen beurteilt werden können. In fortgeschrittenen Fällen sind Verknöcherungen der Bänder des Strahlbeines oder/und Knochenzubildungen an den Ansatzstellen dieser Bänder zu sehen.
Über die Vererblichkeit von Hufrollenentzündung ist sehr viel gearbeitet worden. Es gibt verschiedene Aussagen über den Grad der Vererblichkeit. Sicher ist, daß eine mehr oder weniger starke Veranlagung vererbt wird und diese bei der Hufrollenentzündung nur unwesentlich durch Aufzuchtbedingungen beeinflußt werden kann.
Sicher ist, daß andere Einflüße wie z.B.:
· Alter
· Anteil an Vollblut
· Stockmaß
· Bewegung
· Bodenqualität
· Fütterung
keinen Einfluß auf die Erkrankungsanfälligkeit haben.
Fehlstellungen wie
· flache Hufe
· ungenügende Hufkorrektur
können dagegen die Hufrollenentzündung beeinflußen.
Empfehlung für Züchter und Pferdekäufer: Bei deutlichen röntgenologischen Veränderungen steigt das Lahmheitsrisiko bis zu 75 %. Die Vererblichkeit reicht je nach Autor von schwach bis mittelgradig. Dies hieße für Züchter, möglichst Stuten mit hochgradigen Befunden nicht als Zuchtstuten einzusetzen.

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Die Hufrehe des Pferdes
Dr. med. vet. Eva Krüdewagen

Die Hufrehe des Pferdes ist eine oft sehr dramatisch verlaufende Erkrankung, die aufgrund möglicher Spätfolgen sehr ernst zu nehmen ist. Daher soll im folgenden näher auf diese Erkrankung eingegangen werden. Bei der Hufrehe des Pferdes handelt es sich um eine akute Entzündung der Huflederhaut im Bereich der Vorderwand des Hufes. Nach den Ursachen, die eine Hufrehe auslösen können, unterscheidet man verschiedene Formen:

Belastungsrehe / Traumatische Rehe Diese kann durch Überanstrengung auf hartem Boden, bei Gliedmaßenproblemen der gegenseitigen Gliedmaße und bei zu hohem Körpergewicht entstehen.
Futterehe Nach Aufnahme großer Mengen kohlenhydratreicher Futtermittel, wie bei Leerfressen der Futtersäcke und plötzlichem und/oder zu langem Belassen auf einer fetten frischen Weide ist die Gefahr einer Hufrehe gegeben. ¨
Toxische Rehe Bei Koliken und nach dem Fressen von giftigen Pflanzen (Rinde der Weißen Robinie -falsche Akazie, Rot-/Schweden-/Weißklee) oder Vergiftung mit Rizinusöl tritt diese Hufrehe auf.
Cortison-Rehe Durch früher übliche, heute nicht mehr gebräuchliche Cortisone kann diese Rehe entstehen
Metastatische / Symptomatische Rehe Sie tritt auf bei bestimmten Infektionskrankheiten (Druse,Lungenentzündung,Influenza, Kreuzverschlag,Nachgeburtsverhalten[wenn die Nachgeburt nicht oder nicht vollständig ausgestoßen wird] Cushing[Erkrankung durch einen gutartigen Tumor]

Anatomische Grundlagen
Der Huf besteht aus der Hornkapsel und den darin liegenden knöchernen und bindegewebigen Strukturen. Der Knochen, das Hufbein, ist unter anderem mittels der Huflederhaut in der Hornkapsel aufgehängt. Diese Aufhängung besteht aus einer feinen Verzahnung – „wie ein Handschuh und die Hand“. Die komplette Entstehung der Hufrehe ist immer noch Gegenstand intensiver Forschungen. Das bisher gängige Schema besagt, daß durch eine übermäßige Aufnahme von Kohlenhydraten das bakterielle Gleichgewicht im Darm gestört wird und dadurch Giftstoffe freigesetzt werden. Diese führen zu einer Entzündung in dieser Verzahnungszone mit einer „Trennung der Finger von dem Handschuh“. In der Folge trennen sich das Hufbein von der Hornkapsel – dies kann bereits innerhalb von 8 Stunden passieren.

Symptome
Die akute Rehe äußert sich folgendermaßen: Meist sind die Vorderbeine betroffen, aber ab und zu auch die Hinterbeine. Die Vorderbeine werden weit nach vorne gestellt, und die Hintergliedmaßen nach vorne unter den Bauch geschoben. Die Pferde mögen sich nicht bewegen und nur ungern drehen und liegen häufig sehr viel. Die Hufe sind vermehrt warm und die Gefäße pochen. Bei der chronischen Rehe handelt es sich vor allem um Veränderungen am Huf: Die Krone sinkt ein, es zeigen sich divergierende Ringe im Hufhorn, die weiße Linie ist verbreitert, und in der Folge entsteht der klassische Knollenhuf.

Diagnose
Zum Feststellen des Schweregrades der Rehe sind Röntgenaufnahmen erforderlich. Dabei können zwei Veränderungen, nämlich die Hufbeinsenkung (ein paralleles Absinken des Hufbeines in der Hornkapsel) und oder die Hufbeinrotation (ein Abdrehen der Strahlspitze zur Sohle hin, siehe Abbildung) beurteilt werden. Außerdem können Schäden am Hufbein selber (Knochenauflösung, Abbrechen der Hufbeinspitze) festgestellt werden.

Therapie
Es ist sehr wichtig, daß bei dem ersten Anzeichen einer Hufrehe sofort der Tierarzt geholt wird. Jede Verzögerung kann zu einem weiteren Fortschreiten der Hufbeinloslösung führen, die unwiderruflich ist! Bei bestimmeten Reheformen kann ein Aderlaß mit anschließender Reinfusion durchgeführt werden, um über eine Blutverdünnung eine verbesserte Durchblutung und eine Entfernung der Giftstoffe zu erreichen. Weiterer wichtiger Bestandteil der Therapie sind Entzündungshemmer. Auch Beruhigungsmittel, um die Pferde zum liegen zu bewegen, können angebracht sein. Außerdem können durch eine Erhöhung der Trachten mittels Gipsen, Hufschuhen oder angeklebten Keilen eine deutliche Verbesserung hervorgerufen werden. Die Box sollte sehr weich eingestreut werden. Die Futtermenge muß drastisch reduziert werden: es darf kein Kraftfutter (Hafer und Pellets), kein frisches Gras oder frischgepresstes Heu, keine Rübenschnitzel, nur etwas abgelagertes Heu gefüttert werden. Nach Abheilung des akuten Schubes gibt es zwei verschiedene Beschlagsmöglichkeiten, wie das klassische Rehehufeisen mit Steg und Huflederkiteinlage, oder das sogenannte „ heart bar“ ( Herz-)eisen. Auch nach dem akuten Reheschub bleibt das Pferd immer sehr anfällig für eine neue Rehe und daher muß besondere Vorsicht bei der Weidehaltung und der Fütterung eingehalten werden. Vorbeugung Der bestmögliche Schutz vor einer Hufrehe besteht darin die Pferde nur ganz vorsichtig und langsam an die Weidehaltung zu gewöhnen, vor allem Ponys nicht auf fette Weiden zu stellen und die Kraftfuttermittel sicher zu verschließen. Längsschnitt der Zehe bei der Hufbeinrotation (aus: FN-Pferdetafeln) Klassischer Rehebeschlag mit Steg, Kunststoffsohle und Huflederkiteinlage Typische Verfärbung der divergierenden Hufringe bei der Hufrehe Sogenanntes Herzhufeisen (Heart bar shoe)

Vorbeugung
Der bestmöglichste Schutz vor einer Hufrehe besteht darin, die Pferde nur ganz vorsichtig und langsam an die Weidehaltung zu gewöhnen, vor allem Ponys nicht auf fette Weiden zu stellen und die Kraftfuttermittel sicher zu verschließen.

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Arthrose
Unter dem Begriff Arthrose werden die chronisch deformierenden Gelenkerkrankungen zusammen-gefasst. Arthrose ist häufig durch Fehlstellungen der Gliedmaßen bedingt oder wird zumindest durch diese begünstigt. Arthrose ist von dem klinischen Erscheinungsbild der Hufrollenentzündung im frühen Stadium ähnlich. Es ist eine schleichende Erkrankung. Aus einer zuerst akuten Entzündung des betroffenen Gelenkes entwickelt sich eine chronische Gelenksentzündung. Diese Art von Lahmheit kann sowohl an den Vorder- als auch an den Hinterbeinen auftreten.
Röntgenologisch sind diese Gelenksveränderungen durch Abnutzungen der Gelenkfläche und sog. knöchernen Randwulsten an den Gelenksrändern zu erkennen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zu einer Schalenförmigen Zubildung um den Gelenksrand, der dann auch als Fesselgelenks-, Krongelenks- und Hufgelenksschale bezeichnet wird.
Fehlstellungen der Gliedmaße bedingen durch die ungleiche Zugbelastung der seitlichen Haltebänder und der Ansatzstellen der Gelenkskapseln das Entstehen von Arthrose. Hier entstehen Knochenhautreizungen und anschließend Verknöcherungen. Im weiteren Verlauf dieser Erkrankung kommt es zu mechanischem Abrieb des Gelenkknorpels an der Stelle hohen Druckes und damit zum Freilegen des knöchernen Gelenksfläche. Die fehlende knorpelige Schutzfläche bedingt einen Scheuermechanismus, der nicht mehr reparabel ist.
Arthrose wird nach Untersuchungen der Erblichkeit nicht genetisch weitergegeben. Sicher ist, daß fehlgestellte Pferde ein hohes Maß an Anfälligkeit für Arthrose haben. Für Züchter ist es wesentlich, bei der Aufzucht auf
Fehlstellungen zu achten, bzw. diese im jugendlichen Alter durch entsprechende Korrektur der Stellung weitgehend zu beeinflussen. Pferdekäufern ist von stark verstellten Pferden grundsätzlich abzuraten. Ausgewachsene Pferde sind nicht mehr in ihrer Beinstellung zu korrigieren.

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Gleichbeinerkrankungen

Als Gleichbeinerkrankung werden alle degenerativen und chronisch verlaufenden Prozesse an den Gleichbeinen, den Gleichbeinbändern und der tiefen Beugesehne bzw. der gemeinsamen Beugesehnenscheide bezeichnet. Pferde mit einer Gleichbeinlahmheit sind im allgemeinen in weichem Boden mehr lahm. Besonders bei Trabverstärkungen und engen Wendungen zeigt sich diese Lahmheit.
Gleichbeinerkrankungen treten häufig an den Vorderbeinen, kommen allerdings vor allem bei Dressurpferden auch an den Hinterbeinen vor.
Röntgenologisch sind Gleichbeinerkrankungen an unscharf begrenzten Rändern, unscharf abgegrenzten Blutgefäßen und blasser, poröser Knochenstruktur erkennbar. Der eigentliche Schmerz tritt dann durch den Reibepunkt zwischen der rauhen Gleichbeinfläche und der tiefen Beugesehne auf. Die Beuge-sehnenscheide befindet sich direkt in diesem sensiblen Bereich und kann sekundär erkranken. Unter Umständen kann es auch zu Reibepunkten im Bereich zwischen Gleichbein und Röhrbein kommen.
Gleichbeinerkrankungen werden nur unwesentlich durch Vererbung beeinflußt. Bei einigen Untersuchungen ist eine positive Beziehung zwischen der Hufrollenentzündungen und der Gleichbein-erkrankungen festgestellt worden. Wichtig zur Vermeidung der Defekte an Gleichbeinen sind gute Aufzuchtbedingungen. Auch bei dieser Erkrankung ist die regelmäßige Korrektur vor allem des Zehenwachstums zu beachten. Weiterhin ist offensichtlich, daß übergewichtige Pferde unverhältnismäßig häufig an den Gleichbeinen erkranken.


Spat
Spat ist eine Erkrankung der straffen Sprunggelenke. Zusammen mit der Hufrollenentzündung ist sie die häufigste Beinerkrankung der Reitpferde. Spat ist schon seit langem bekannt. Der Stallmeister Kaiser Friedrich II hat die klinischen Symptome schon sehr detailliert beschrieben. Spat ist eine Arthrose im Bereich
der straffen Sprunggelenke. Wie auch bei der Arthrose der Zehengelenke ist der Verlauf der Erkrankung schleichend. Erste Symptome werden häufig nicht als Lahmheit erkannt. Bei vielen Pferden äußert sich die Krankheit durch Gehunlust, Rückenbeschwerden und allgemeinem Rittigkeitsverlust. Diese Erkrankung tritt in der Regel beidseits auf, so daß auch aus diesem Grund eine Lahmheit erst sehr spät als solche erkannt wird.
Die ersten Lahmheitssymptome treten in der Wendung und bei versammelnden Lektionen auf. Die Beugeprobe der Sprunggelenke, deshalb auch als "Spatprobe" bekannt, verläuft häufig dramatisch positiv.
Röntgenologisch fällt die Erkrankung durch die Verengung der kleinen straffen Gelenksspalten auf. Bei jungen Pferden entsteht dies durch den Verlust des Gelenksknorpels. Durch Alterung müssen diese Befunde bei älteren Pferden dem Alter entsprechend relativiert werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es vor allem am vorderen und inneren Gelenksrand zu Reizung der Knochenhaut und/oder der Ansatzstelle der "Spatsehne". Diese knöchernen Auftreibungen sind häufig auch schon von außen sichtbar oder zumindest fühlbar.
Fehlstellung der Hinterbeine, vor allem die Kuhhessigkeit (X-Beine) begünstigen das Auftreten von Spat. Pferde mit dieser Fehlstellung verschleißen vermehrt durch ungleiche Druckverhältnisse des Sprunggelenkes. Auch kommt es zu einer übermäßigen Zugbelastung der äußeren Gelenksbänder und der Spatsehne. Diese Verknöchern im Verlauf der Erkrankung und sind danach nicht mehr zu regenerieren.
Bei Spat war bei einer holländischen Untersuchung eine mittelgradige Vererbungstendenz zu sehen. Auch einige deutsche konnten ähnliche Ergebnisse bringen. Allerdings ist bei Spat auch die ausgewogene Ernährung in der Aufzucht sehr wesentlich. Pferde, bei denen eine optimnale Ernährung während der Wachstumsphase stattgefunden hat, hatten deutlich weniger Probleme mit dieser Erkrankung.
Grundsätzlich sollten Züchter mit an Spat stark erkrankten Stuten nicht züchten. Aufzüchter sollten auch hier auf die Stellung achten, bzw. diese so früh wie möglich korrigieren. Eine ausgewogene Ernährung, vor allem in Bezug auf die Knochenreifung sollte gegeben werden (Ca:P-Verhältnis und Vitaminversorgung beachten).

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Osteochondrosis Dissecans (OCD)

Diese Erkrankung ist eine Stoffwechselerkrankung des reifenden Knorpels in den großen Gelenken. Hauptsächlich betroffen sind Sprung-, Knie-, Fessel-, Karpal-, Schulter- und Hüftgelenke. Viele dieser Pferde gehen zuerst nicht lahm. Äußerlich sind diese Gelenke durch vermehrte Füllung auffällig.
Bei der Beugeprobe der befallenen Gelenke sind diese in der Regel positiv. Eine Lahmheit stellt sich erst bei reiterlicher Belastung ein. Aktuelle Untersuchungen beschäftigen sich mit OCD in den kleinen Zwischenwirbelgelenken der Brustwirbelsäule. Viele unserer heutigen Sportpferde zeigen Rückenprobleme. Es ist anzunehmen, daß die Osteochondrose dissecans auch hier präsent ist.
Röntgenologisch sind unregelmäßige Gelenkflächen, kleine Einbrüche in der Knochenlage im Gelenksbereich und kleine bis Walnußgroße, freie Gelenkskörper (Gelenksmäuse) zu finden. Die tatsächliche Größe ist schwer abzuschätzen, da die Randbereiche nicht unbedingt vollständig knöchern durchgebaut sein müssen.
OCD ist im Verhältnis zu den anderen beschrieben Erkrankungen noch sehr "jung". Die Herkunft von freien Gelenkskörpern war lange durch traumatische Einflüsse erklärt worden. Die Erkenntnis, daß es sich hier um eine Stoffwechselerkrankung handelt, hat in den letzten Jahren viele Untersuchungen auf diesem Bereich gefordert. Wissenschaftler, vor allem in Norwegen, Schweden, Holland und Deutschland, stellten deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Pferderassen fest.
Eine Erblichkeit ist bei allen Untersuchungen festgestellt worden. Aber auch diese Erkrankung ist Ernährungsphysiologisch sehr deutlich zu beeinflussen.
Ein ungünstiges Mineralstoffverhältnis, sowie eine zu Eiweiß- und Energiereiche Aufzucht bedingen diese Erkrankung sehr wesentlich.
Für Züchter gilt, Stuten mit OCD nur mit sehr gut ausgesuchten Hengsten zu decken und bei der Aufzucht besonders auf die Ernährung der Jungtiere zu achten. Pferdekaüfer sollten sich mit ihrem Tierarzt beraten und von Fall zu Fall das Risiko abschätzen. Sicher ist, daß ein älteres Pferd mit einem kleinen, runden Chip z.B. im Fesselgelenk ein wesentlich geringeres Risiko hat als ein junges Pferd mit einem entsprechend großem Chip z.B. im Knie. Auch spielt bei der Beurteilung der Verwendungszweck des Pferdes eine nicht unerhebliche Rolle. Die doch sehr gut begründbare Vermutung, daß OCD in den kleinen Zwischewirbelgelenken auftreten kann, hat als Konsequenz, daß junge, unreife Pferde nicht zu früh und zu stark im Rücken belastete werden dürfen. Die Reitweise hat hier einen wesentlichen Einfluß auf die langfristige Belastbarkeit des gesamten Rückens.
Zusammenfassend ist festzuhalten:
Die Vererbung von hier beschriebenen Krankheiten konnte in keinem Fall als eindeutig bezeichnet werden. Es kann aber hinsichtlich des Risikos folgende Schlußfolgerung gezogen werden:
1. Hufrollenentzündung
Es besteht eine geringe bis mittelgradige Vererblichkeit. Röntgenologisch als stark einzuteilende Strahlbeinveränderungen z.B. bei Ankaufsuntersuchungen sind auch ohne bereits bestehende Lahmheit mit einem deutlich erhöhten Lahmheitsrisiko behaftet.
2. Arthrose
Direkte Vererblichkeit dieser Erkrankung ist zu vernachlässigen. Wichtig ist die Beurteilung von Stellungsfehlern. Starke Stellungsfehler begünstigen die Ausbildung einer Arthrose. Frühe Korrektur von Stellungsanomalien sind die beste Prophylaxe.
3. Gleichbeinerkrankung
Genetisch nicht relevant. Lange und schmale Hufe begünstigen diese Erkrankung. Hufkorrektur ist ein wichtiges Instrument zur Vermeidung von Gleichbeinschäden. Besonders befallen sind übergewichtige Pferde. Dressurpferde sind relativ häufiger befallen als andere Pferde.
4. Spat
 
Spat ist bedingt vererblich. Hier spielt vor allem die X-beinigkeit eine wesentliche Rolle. Durch unphysiologische Ernährung und starke Belastung kommt es bei prädisponierten Pferden sehr schnell zu einer Erkrankung. Hochgradig an Spat erkrankte Stuten nicht unbedingt zur Zucht verwenden. Vorsicht bei Gehunlustigen und Rückenempfindlichen Pferden. Dies ist häufig ein erstes Zeichen z. B. für Spat.
5. Osteochondrose dissecans (OCD)
Eine durch Vererbung sicherlich beeinflußbare Erkrankung. Wichtiger bei dieser Erkrankung ist jedoch die ausgewogene Ernährung im Jungendalter. Zu stark im Wachstum getriebene und zu dick gefütterte Pferde haben eine deutlich höhere Anfälligkeit für OCD als andere. Das Ca:P - Verhältnis sollte in der Ernährung besonders beachtet werden.
Die anatomischen Vorrausetzungen für langfristige Belastbarkeit :
symetrische, breit angelegte Hufe, die im Sinne der Zehenachse verlaufen
Fesselbein mittlerer Länge mit ca. 45 % Neigung
· trockenes Fesselgelenk
· stabiles Röhrbein, gut eingeschient
· ausgeprägtes Vorderfußwurzelgelenk
· breit angelegte und schräge Schulter
· korrekte Stellung Vorderbein
· gut gewickeltes, korrektes Hinterbein
· leicht geschwungener, nicht zu langer Rücken

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Haut  
       
Mauke beim Friesen    
Sommerekzem    
Verbrennung    


Mauke beim Friesen
Mauke beschreibt eine komplexe Erkrankung im Bereich der Fesselbeuge des Pferdes. Hierbei kommt es zu entzündlichen, Ekzemähnlichen Veränderungen der Haut in der Fesselbeuge und, zum Teil der Hautpartien um das Fessel- bzw. Kronbein. Tritt diese Erkrankung an den Vorderfußwurzel- bzw. Sprunggelenken auf, so bezeichnet man dies als „Raspe“. Gefährdet sind im wesentlichen Kaltblüter und Ponies, aber auch Spezialrassen wie Friesen und Hunter
Mauke ist das Krankheitssymptom und hat unterschiedliche Krankheitsursachen. Man differenziert Mauke nach dem Erscheinungsbild in nässende , trockene und Warzenmauke. Mauke beginnt mit Rötung der Haut und der Bildung von Bläschen bzw. Knötchen. In einem 2ten Stadium der nässenden Mauke sondern diese Hautauflagerungen wässrig-gelbliche bis hin zu gelblich-eitriger Flüssigkeit ab. Die nässende Mauke ist das häufigste Krankheitsbild der Mauke beim Friesen. Die Haut in der Fesselbeuge sondert ein zum Teil übel riechendes talgig-schmalziges Sekret ab, daß die Haut überzieht und am Rand zu einer rötlich braunen Kruste eintrocknet. In diesem Sekret siedeln sich nachträglich Erreger an, die dann zu einer eitrigen, schmerzhaften Hautentzündung führen. Ursächlich für die nässende Mauke ist in den häufigsten Fällen eine Stoffwechselstörung, Diese Pferde bekommen im Verhältnis zu ihrer Arbeit zuviel und zu hochwertiges Futter. Es kommt meist an den Hinterbeinen zum Anschwellen der Beine, und anschließend zum Austritt von seröser Flüssigkeit. Diese Veränderungen können so schmerzhaft sein, daß diese Pferde deutlich lahm gehen. Die effizienteste Behandlung besteht in der Reduzierung von Hafer, Gerste, Mais und hochwertigen Zusatzfuttern. Die Pferde sollten regelmäßige Bewegung bekommen und in einer sauberen, trockenen Box aufgestallt werden. Eine Überempfindlichkeit gegen Kupfersulfat oder andere Stoffe kann vereinzelt allergisch-ekzematöse Hautveränderungen in der Fesselbeuge verursachen. Lokal empfiehlt sich eine Waschung mit milder Seife. Nach der Waschung sollte die Haut in der Fesselbeuge gründlich abgetrocknet werden. Eine austrocknende Lotion wie z.B. mit Zink o.ä. hilft der Regeneration der Haut und bildet einen mechanischen Schutz . Bei Beteiligung von Bakterien ergänzt man die lokale Behandlung mit antibiotischer Salbe. Häufig spielen auch Parasiten , wie z.B. Milben, eine bedeutende Rolle im Krankheitsbild der Mauke. Eine wiederholte Gabe von Antiparasitika, wie z.B. Ivomec, ist hier am wirkungsvollsten. Häufig spielen auch Parasiten , wie z.B. Milben, eine bedeutende Rolle im Krankheitsbild der Mauke. Eine wiederholte Gabe von Antiparasitika, wie z.B. Ivomec, ist hier am wirkungsvollsten. Immer wieder wird über das Abscheren des Fesselbehanges diskutiert. Grundsätzlich hat der Fesselbehang eine natürliche Schutzfunktion, die man nicht entfernen sollte. Besonders bei Pferden, die regelmäßig auf der Weide stehen, ist der Fesselbehang ein unverzichtbarer Schutz um das Regenwasser abzuleiten. Ist jedoch die Mauke weit fortgeschritten, ist eine gründliche Behandlung ohne das Abscheren des Fesselbehanges nicht ausreichend möglich. Die trockene Mauke ist eine nicht nässende Entzündung in der Fesselbeuge. Sie entsteht durch Reizung der Fesselbeuge durch Stoppeln abgeernteter Getreidefelder oder durch gefrorene Erdschollen auf sonst sehr morastigen Koppeln. Auch kann häufiges Waschen, v.a. mit Seifenlösungen die Oberfläche der Haut so stark entfetten, daß kein Schutz mehr vorhanden ist. Es führt zur Austrocknung und der Haut. Die trockene Haut ist porös und es kommt zu kleinen Rissen. Eine Behandlung dieser Art von Mauke mit Vaseline oder einer anderen fettenden Salbe führt in der Regel nach kurzer Zeit zu einer Abheilung. Cortisoncremes helfen häufig nur sehr krurzfristig. Cortison hat eine hemmende Wirkung auf die Hautregeneration und verhindert dadurch langfristig die Abheilung. Cortison sollte daher, wenn überhaupt, nur in der ersten Phase der Behandlung eingesetzt werden. Warzenmauke entsteht bei Pferden, die über einen längeren Zeitraum mit trockener bzw. nässender Mauke erkrankt sind.Hier kommt es durch die chronische Entzündung zu einer Hautverdickung und zur Bildung massiver Hautauflagerungen bis hin zur Knotenbildung. Diese Veränderungen sind in fortgeschrittenem Stadium sehr schmerzhaft und führen in der Regel zu einer Lahmheit. Hier hilft häufig nur eine chirurgische Behandlung, bei der diese Krusten abgetragen werden, und mit intensiver Nachbehandlung die Regeneration der Haut unterstützt wird. Zusammenfassend kann man sagen, daß Mauke beim Friesen eine Veranlagung ist. Diese Veranlagung wird durch schlechte Hygiene, übertriebene Säuberung der Fesselbeuge bzw. Fütterungsfehler verstärkt. Die frühe Erkennung und Behandlung von Mauke erhöht den Behandlungserfolg. Je nach klinischem Bild sollte die Behandlung gezielt eingesetzt werden. Bei chronischen Maukeerkrankungen ist besondere Sorgfalt angezeigt. Beim Kauf eines Friesen sollte aus diesen Gründen besonders auf Veränderungen in den Fesselbeugen geachtet werden.


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Sommerekzem
Sonnenbrand, Hitzschlag, Sommerekzem – oft unterschätzte Themen in der Pferdehaltung Dr. Kai Kreling, Tierklinik Binger Wald, Waldalgesheim Der Sommer ist für unsere Pferde klimatisch die problematischte Zeit. Durch eine im Verhältnis zur Körpemasse nur sehr kleine Oberfläche wird die anfallende Hitze auch nur langsam wieder abgegeben. Intensives Schwitzen hilft dem Pferd durch die entstehende Verdunstungskälte die Körpertemperatur auf einen Normalwert zwischen 37.5 und 38.3 Grad Celsius zu halten. Direkte Sonneneinstrahlung führt schnell zu Überhitzung. Beste Vorbeuge ist ausreichende Wasserversorgung und vor allem Schatten. Eine Weide im Sommer ohne Schatten ist nicht pferdegerecht. Durch einen Schattenspendenden Baum oder eine Weidehütte ist das auch leicht zu gewährleisten. Überhitzung wird so vermieden und Sonnenbrand vorgebeugt. Aufmerksamen Beobachtern wird es aufgefallen sein, dass ´die Weidehütten im Sommer von den Pferden gut angenommen werden. Im Gegensatz dazu, benutzen die Pferde im Winter für unser menschliches Verständnis die Hütten nur sehr wenig oder gar nicht. Kälte und Regen sind für unsere Pferde nicht belastend. Bei extremer Empfindlichkeit der Pferde gegen Sonne und Hitze empfiehlt es sich die Pferde nachts auf die Weide zu stellen und tagsüber im Stall zu lassen. Fliegeschutz- und UV-schutznetze zum Schutz von Kopf und auch für den gesamten Körper sind mittlerweile überall zu bekommen. Die so eingedeckten Pferde sehen zwar eigentümlich aus, die Wirksamkeit ist sehr gut und die Pferde tolerieren diese Kopf- und Körperbedeckungen durchweg. Ein intensiveres Problem stellt das Sommerekzem des Pferdes dar. Es wird bei uns fälschlicherweise auch als „Sommerräude“ bezeichnet, in anderen Ländern auch mit den Begriffen „Sweet itch“, „Queensland itch“ oder „summer itch“ benannt. Es handelt sich um eine, meist jeden Sommer wiederkehrende, allergische Hautentzündung, die für die betroffenen Pferde und auch für die Besitzer zu einer Qual werden kann. Das Sommerekzem kommt weltweit vor, wobei ein gehäuftes Auftreten bei Kleinpferden beschrieben wird. In der Gesamtpferdepopulation sind ca. 2% aller Pferde aller Altersklassen, meist aber ab dem Alter von 3 Jahren an, betroffen. Bei den Islandpferden existiert das Problem in Island selber nicht, aber bei nach Deutschland exportierten erwachsenen Pferden liegt die Häufigkeit bei 25%. In Deutschland aufgewachsene Islandpferde sind allerdings nur zu 5% betroffen. Dies schreibt man dem Einfluß von Schutzstoffen über die Stutenmilch und einer frühen Auseinandersetzung des Körpers mit den Ursachen des Sommerekzems hier in Deutschland zu. Man unterscheidet drei verschiedene Ausprägungsformen: die dorsale, die ventrale und die dorsoventrale Form. Bei der dorsalen Form sind der Kopf, die Ohren, die Rückenlinie und Schweifrübe betroffen, während die ventrale Form die Bauchmitte, die Axeln, Schenkelinnenseiten, Brustkorb und den Kehlgang umfaßt. Bei der dorsoventralen Form können alle Bereiche betroffen sein. Die Krankheit beginnt mit Juckreiz und Schuppenbildung, die dann in Krusten und Borken übergehen. Es kommt zum Haarausfall, die Haut erscheint verdickt, gefältelt und trocken. Mähne und Schweifrübe bestehen nur noch aus Haarstoppeln. Oft entwickelt sich ein unstillbarer Juckreiz mit Blutigscheuern der betroffenen Hautbezirke, die sich dann auch sekundär infizieren können. Die auslösende Ursache ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Gnitzen/Mücken der Gattung Culicoides. Es gibt dabei verschiedene Arten, die eine unterschiedlich starke Reaktion hervorrufen können. Als weitere Ursachen wird eine Reaktion der Haut auf Sonnenlicht, die durch bestimmte Pflanzen hervorgerufen werden kann, diskutiert. Auch eine gewisse genetische Veranlagung existiert, da eine familiäre Häufung beobachtet werden kann. Der Lebenszyklus der Culicoides-Mücken verläuft folgendermaßen: Die erwachsenen Mücken sind schlanke, zweiflügelige Insekten, die bis 2 mm groß sind. Die Eiablage erfolgt in matschige oder sandige Ränder von stehendem oder langsam fließendem Wasser oder in feuchte Stellen von Kompost, Laub oder Kothaufen. Aus den Eiern entwickeln sich Larven, die sich verpuppen und dann als Erwachsene schlüpfen. Der gesamte Zyklus dauert 3-4 Wochen. Nur die weiblichen Tiere saugen Blut und entfernen sich zum Blutsaugen nicht weit von den Eiablagestellen. Die Hauptaktivität der Mücken liegt in der Morgen- und Abenddämmerung bei windstillem Wetter mit Temperaturen über 9 Grad Celsius. Die Saison dauert meist von März bis Oktober. Die Diagnose „Sommerekzem“ wird meist anhand der typischen Symptome gestellt, wobei auch noch eine Hautbiopsie zur endgültigen Absicherung herangezogen werden kann. Der Hautallergietest wäre zwar das Mittel der Wahl, aber ist aufgrund der zu teuren Testbestandteile nicht praktikabel. Alternativ wird häufig ein Allergietest anhand einer Blutprobe angeboten. Es gibt sehr viele verschiedene Therapieansätze, die in der folgenden Aufzählung nicht bewertet werden, da jeder Pferdebesitzer unterschiedliche Erfahrungen mit den verschiedenen Methoden macht und jedes Pferd anders reagiert. Desweiteren erhebt die folgende Aufzählung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist wichtig zu wissen, daß ein Tag mit Mückenkontakt die Allergie wieder für ca. drei Wochen aufflammen läßt. Der beste Schutz für das Pferd besteht in der Stallhaltung zu den Hauptflugzeiten der Mücken, nämlich zwischen 4 Uhr nachmittags bis 10 Uhr morgens. Die Fenster des Stalls sollten mit sehr feinen Fliegennetzen vergittert werden (< 2mm) und Ventilatoren können den Mückenflug verringern. Mögliche Eiablageplätze sollten beseitigt werden. Die Mückenbekämpfung am Tier kann durch verschiedenste Sprüh- und Waschlotionen erfolgen, die entweder synthetische [Wellcare Emulsion®, Mira Fliegenschutz®, Ardap Spray®, etc.] oder natürliche Inhaltsstoffe (Chrysanthemenextrakte, stinkende Tieröle, peruanische Pflanzenextrakte, etc.) [Bio-Killer®, Bremsenschutz Bisex®, Ascot Fliegenschutzlotion®, etc.] enthalten. Die schon oben beschriebenen Fliegenschutzdecken für Kopf und Gesamtkörper des Pferdes sind auch gegen die Insektenproblematik sind effektiv. Ohmarken für Rinder, die am Halfter oder in der Mähne befestigt werden, werden benutzt [Flectron Ohrclips®]. Desweiteren werden die verschiedensten Knoblauch und Kräuterpräparate zur Gabe über das Futter angeboten. Auch hier gibt es verschiedene Ansätze. Zum einen Medikamente und Präparate, die auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden, um den Juckreiz und die Entzündung zu bekämpfen [Penochron®, Hydrocortiderm®, Somerol®, Leovet Biohautöl®, etc.). Desweiteren verschiedene Präparate, die über das Futter gegeben werden [Ökozon®, Antioxidant formula®, etc). Auch ein homöopathischer Ansatz [z.B. mit Allergosal® und Dermisal®] ist denkbar. In Fällen, in denen sonst keine Linderung zu erzielen ist, ist an einen täglichen oralen Einsatz von Cortisonpräparaten oder Antihistaminika zu denken. Im Einzelfall ist bei der Medikation der Status des Pferdes als Lebensmitteltier / Nichtlebensmitteltier zu beachten. Als weiterer Therapiversuche sind die Eigenblutbehandlung und ihre Modifikationen (Hämatogene Oxydationstherapie) möglich, wie auch die Desensibilisierung. Bei der Desensibilisierung muß das Pferd nach Beginn des Desensibilisierungsschemas alle drei Wochen mit einem Serum gespritzt werden. Dieses muß 1-2 Jahre kontinuierlich geschehen, bevor man sich eventuell ausschleichen kann. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Besitzer eines an Sommerekzem erkrankten Pferdes meist erhebliche Anstrengungen und Mühen auf sich nehmen müssen, um dem Pferd möglichst gut über die Sommerzeit helfen zu können. Auch Pferde ohne ein Sommerekzem sind durch Hitze und Sonneneinstrahlung stark belastet. Sonneschutz und entsprechende Wasserversorgung müssen auf einer Pferdeweide eine Selbstverständlichkeit sein.

Für den eiligen Leser:

Der Sommer ist für unsere Pferde klimatisch die schwierigste Zeit.

Hitzschlag und Sonnenbrand unterschätztes Problem Verhältnis
Verhältnis Körpermasse zu Oberfläche ungünstig
Hitzestau schneller als beim Mensch
Sonneschutz und Wasser müssen auf jeder Weide zur Verfügung stehen
Sommerekzem ist eine besondere Problematik
Fliegenschutz als Basis zur Sommerekzembehandlung
Medikamente zur Behandlung nicht immer effektiv
Pferde im Stall halten morgens bis 10.00 und nachmittags ab 16.00 UHR
Schutznetze und -decken helfen sowohl gegen Fliegen als auch gegen Sonneneinstrahlung
Desensibilisierung, Eigenblutbehandlung und Oxydationstherapie mit unterschiedlichem aber im Einzelfall durchaus gutem Erfolg



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Zucht  
       
Die letzten Monate vor der Fohlengeburt    
Geburtsüberwachung in der Pferdezucht    
Die Fohlengeburt    


Die letzten Monate vor der Fohlengeburt
Dr. Eva Maria Krüdewagen

Bis zur Trächtigkeit seiner Stute hat ein Züchter oft schon viel Zeit und Arbeit investiert. Da während der Trächtigkeit viele Faktoren einen positiven, aber auch negativen Einfluß auf das noch ungeborene Fohlen nehmen können, liegt es im Interesse des Züchters, in dieser Zeit die Haltung der Stute zu optimieren. Einige der möglichen Fragen, die die Fütterung, Haltung, Entwurmung, Impfung und den möglichen Medikamenteneinsatz bei der Zuchtstute betreffen, werden im Rahmen dieses Artikels angesprochen.

Fütterung
Bei der Fütterung der trächtigen Stute muß man zwei Phasen im Laufe der Trächtigkeit unterscheiden. Die erste Phase dauert bis zum 8. Monat an. In dieser Zeit ist der Nährstoffbedarf der tragenden Stute im Vergleich zu der nicht tragenden Stute noch nicht erhöht. Erst ab dem 8. Trächtigkeitsmonat muß eine Umstellung in der Fütterung erfolgen, da in dieser Zeit mehr als ¾ des Geburtsgewichtes des Fohlens gebildet werden, wie auch Fruchtwässer, Fruchthüllen und zusätzliches Gebärmuttergewebe. Es sollte daher eine Erhöhung des Energie-gehaltes auf das 1,4fache und des Eiweißbedarfes auf das 1,5fache des Erhaltungsbedarfes erfolgen. In den üblichen Futtermitteln (Hafer-, Heu- und Strohration) liegt schon ein Eiweißüberschuß vor, so daß nur eine Erhöhung des Energiegehaltes stattfinden muß. Das Körpergewicht der Stute vor der Geburt sollte ungefähr 18% über dem Gewicht im nichttragenden Zustand liegen. Auch der Calcium-, Phosphor- und Natriumbedarf sind erhöht:

Calcium um 50% Bedarf 45 g/Tag/600kg Pferd
Phoshor um 65% Bedarf 30 g/Tag/600kg Pferd
Natrium um 10% Bedarf 13,2g/Tag/600kg Pferd


Schon im Mutterleib kann die Skelettentwicklung des Fohlens durch falsche Mineralstoff- und Spurenelementgehalte gestört werden. Es müssen daher ausreichende Mengen an:

Kupfer Bedarf 102mg/Tag/600kg Pferd
Jod Bedarf 1,2 - 1,8mg/Tag/600kg Pferd
Selen Bedarf 1,4mg/Tag/600kg Pferd,
Vorsicht bei Überdosierungen ab 20mg
Eisen Bedarf 1,1g/Tag/600kg Pferd

vorhanden sein.

Für die optimale Qualität des Kolostrums ist außerdem ein genügend großes Angebot an:

Vitamin A Bedarf 60.000-90.000 IE/Tag/600kg Pferd
Vitamin E Bedarf 600 – 1200 mg/Tag/600kg Pferd

wichtig.

Diese Anforderungen sind durch eine Ergänzung der Heu-Hafer-Ration durch ein vitaminisiertes Mineralfutter (sogenanntes Zuchtstuten-ergänzungsfutter) oder durch die alleinige Fütterung eines Zuchtstutenfutters (mit Heu) zu erfüllen. Selbst in der Hochträchtigkeit ist die Futteraufnahmekapazität noch so hoch, daß die notwendige Energie mit den üblichen Rationen geliefert werden kann. Trotzdem ist es sinnvoll die Gesamtration auf mehrere Mahlzeiten zu verteilen. Außerdem ist die Qualität des Futters von besonderer Bedeutung: es sollte frei von Schimmelpilzen, Bakterien und deren Giftstoffen und Verschmutzungen sein. Bei der Umstellung von der Stall- auf die Weidehaltung muß vorsichtig vorgegangen werden: vorherige Heufütterung oder Rauhfuttergabe auf der Weide verringern die Gefahr von Fehlgärungen und Koliken.

Impfungen
Es gibt verschiedene Impfungen, die während der Trächtigkeit der Stute von Bedeutung sind. Dazu zählt zum einen die Impfung gegen Virusabort, der vor allem durch das Equine Herpesvirus 1 (EHV 1) verursacht wird.
Dabei muß man zwei Gruppen von Impfstoffen, Lebendimpfoffe und Totimpfstoffe unterscheiden.
Zu den Lebendimpfstoffen gehört der Impfstoff Prevaccinol®, der während der Trächtigkeit im 3./4. Monat und im 7./8. Monat geimpft werden muß.
Zu den Totimpfstoffen zählen die Impfstoffe Resequin plus®, Cavallon IR® und Duvaxyn EHV 1,4®, die alle als Kombinationsimpfstoffe auch andere Erreger, die bei Atemwegserkrankungen eine Rolle spielen, enthalten. Die Abortprävention steht dabei nicht ausschließlich im Vordergrund.
Resequin plus® muß nach abgeschlossener Grundimmunisierung zusätzlich im 3. und 9. Monat geimpft werden,
Cavallon IR® im 7./8. Monat und
Duvaxyn EHV 1,4® im 5., 7. und 9. Monat der Trächtigkeit.
Der ausreichende Tetanus- und Tollwut-Schutz des Muttertieres ist wichtig, da das neugeborene Fohlen über das Kolostrum mit mütterlichen Schutzstoffen gegen diese Erkrankungen versorgt wird. Die Stute sollte nach abgeschlossener Grundimmunisierung 3-6 Wochen vor dem Abfohlen erneut gegen Tetanus geimpft werden, um einen ca. 45 Tage andauernden Schutz des Fohlens zu erhalten. Der Fohlenlähmekomplex des Fohlens kann durch verschiedene Erreger (Streptokokken, E. coli, Salmonellen, Actinobacillus equuli) ausgelöst werden.
In häufig befallenen Beständen steht die Möglichkeit der Impfung der Muttertiere mit sogenannten stallspezifischen Vaccinen zur Verfügung. Dabei handelt es sich um für den jeweiligen Bestand individuell gefertigte Impfstoffe, die mit Erregern aus Proben erkrankter oder gestorbener Tiere hergestellt wurden. Die Impfung trächtiger Stuten gegen die Infektion der Fohlen mit Streptococcus equi subsp. equi (unter anderem als Druseerreger von Bedeutung) im 8. Trächtigkeitsmonat ist eine weitere mögliche Impfung. Eine Infektion des Fohlens mit diesem Erreger kann schon während der Trächtigkeit in der Gebärmutter oder kurz nach der Geburt erfolgen.

Entwurmungen
Nicht jede Wurmkur kann während der Trächtigkeit unbedenklich an Stuten verabreicht werden.
Aus der Gruppe der Benzimidazole kann Thiabendazol (Thibenzole®, u.a.), Flubendazol (Flubenol®, u.a.), Fenbendazol (Panacur®, u.a.) und Febantel (Rintal®, u.a.) genommen werden, während Mebendazol (Telmin®, u.a.) vermieden werden sollte. Pyrantel aus der Gruppe der Tetrahydropyrimidine (Banminth®, u.a.), wie auch Praziquantel (Droncit®, u.a.) sind gut verträglich. Aus der Gruppe der organischen Phosphorsäureester ist Dichlorvos (Equigard®, u.a.) ohne Bedenken anzuwenden, während Trichlorfon (Metrifonat in Telmin plus® und Rintal plus®, u.a.) nicht im letzten Monat angewendet werden darf. Ivermectin (Ivomec®, u.a.) sollte nicht in den ersten 45 Tagen der Trächtigkeit angewendet werden, ist danach aber verträglich. Von besonderer Bedeutung bei den jungen Saugfohlen ist der Befall mit dem Zwergfadenwurm Strongyloides westeri aus der Gruppe der Nematoden (Rund- oder Fadenwürmer). Bei einem Befall der Mutterstuten kann es zu einer Streuung der Larven im Körper mit einer Besiedlung des Euters kommen. Die Larven werden mit der Milch ab dem 4.Tag nach der Geburt ausgeschieden und stellen die wichtigste Infektionsquelle für das Fohlen dar. Durch eine Behandlung der Mutterstute mit Ivermectin (Ivomec®, u.a.) 2-4 Wochen vor dem Abfohltermin oder besser am Tag der Geburt kann die Infektion der Fohlen über die Milch erheblich reduziert werden. Auf diese Weise wird eine Erkrankung der Fohlen verhindert und durch den Kontakt mit einigen Wurmlarven die Ausbildung einer Immunität ermöglicht.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den Herstellern:

www.intervet.de
www.fortdodge.de
www.pfizer.de
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www.bayer.de

Medikamente
Generell sollten Medikamente während der Trächtigkeit nur bei strenger Indikationsstellung verwendet werden. Bestimmte Stoffgruppen und Wirkstoffe (z.B. Theophyllin bei Husten, bestimmte Präparate gegen Pilzbefall, bestimmte Entzündungshemmer) sollten gar nicht, andere [Cortisonpräparate, Sedativa, bestimmte Schleimlöser (Kaliumjodid), organische Phosphorsäureester als Mittel gegen Parasitenbefall] sollten nicht im letzten Drittel der Trächtigkeit benutzt werden. Spezielle Fragen beantwortet Ihnen gerne Ihr Tierarzt.

Abfohlbox
Die Idealmaße der Abfohlbox betragen mind. 3-4 m x 3-4 m. Vor dem Einstellen der Stute sollte eine gründliche Reinigung und Desinfektion erfolgen. Als Einstreu empfiehlt sich Stroh von guter Qualität. Sägespäne sind zu vermeiden, da Fohlen teilweise die Sägespäne fressen. Das kann zu lebensbedrohlichen Koliken führen. Es ist sinnvoll die Stute mindestens sechs Wochen vor dem erwarteten Abfohltermin in die Abfohlbox (oder in den Stall) einzustellen. Auf diese Weise kann sie genügend Antikörper gegen die stallspezifischen Erreger bilden und so dem Fohlen über das Kolostrum einen optimalen Schutz gegen Krankheiten bieten. Der Stute sollten die Hufeisen vor der Geburt abgenommen werden. Ein regelmäßiger Rhythmus bei der Fütterung, dem Misten und dem Verbringen in den Auslauf führt dazu, daß Streß während der Geburt vermieden wird.

Durch eine Optimierung der verschiedenen Faktoren Haltung, Fütterung, Entwurmung und Impfung kann die Entwicklung des Fohlens im Mutterleib positiv beeinflußt werden. Außerdem werden die Voraussetzungen für die Geburt und Aufzucht eines gesunden Fohlens und späteren Leistungspferdes geschaffen.

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Ein Fohlen wird erwartet - Geburtsüberwachung in der Pferdezucht

Pferdezucht ist heute mehr denn je mit einem hohen Aufwand verbunden. Auswahl des Hengstes ist für jeden Züchter eine besondere Herausforderung. Ist der „Richtige“ dann endlich gefunden, wird die Stute gedeckt oder besamt. Hierbei entstehen die ersten nicht unerheblichen Kosten. Ist die Stute wieder zu Hause, muß sie 11 Monate gehegt und gepflegt werden. Auch diese Zeit ist mit Kosten und viel Arbeit verbunden. Jeder Züchter weiß, dass nicht jede gedeckte oder besamte Stute ein Fohlen bekommt. Umrossen, Verfohlen und Verlust der Stute während der Trächtigkeit lassen die Euphorie eines Pferdezüchters schnell schwinden. Doch glücklicherweise werden die meisten Stuten tragend und bleiben es auch durch die Trächtigkeitszeit hindurch. Nun naht der Geburtstermin. Nach erfolgreicher Trächtigkeit möchte man jetzt das Risiko der Geburt möglichst gering halten. Es gilt möglichst den Zeitpunkt der Geburt so genau wie möglich einzugrenzen um bei Geburtsproblemen schnell eingreifen zu können. Der Geburtsvorgang bei der Stute kann in nur wenigen Minuten ablaufen. Fohlen sind in dieser Phase sehr gefährdet. Rechtzeitige Hilfe kann in vielen Fällen das Leben des Fohlens retten.
Erste Anzeichen einer bevorstehenden Geburt sind die geröteten und geschwollenen Schamlippen, die Harztropfen an den Zitzen des Euters und die eingefallenen Beckenbänder. Diese Hinweise sind nicht immer zuverlässig. Stuten sind sehr eigen, wenn es um den Geburtstermin geht. Jeder kennt Geschichten oder hat eigene Erfahrungen, wie man 14 Tage Tag und Nacht im Stall verbringt und die Stute einfach nicht fohlen will. Geht man dann mal eben einen Kaffee trinken ist genau in dieser Zeit das Fohlen auf die Welt gekommen.
Im Zeitalter der Technik ist auch die Geburtsüberwachung in der Pferdezucht einfacher und zuverlässiger geworden. Es sind verschiedene Systeme auf dem Markt, die per Fernübertragung die Stallwache ersetzen kann. Die Videoüberwachung ist möglich, aber sicherlich nicht sehr praktikabel. Bei der Videoüberwachung gilt es permanent auf den Bildschirm zu schauen. Ein System, welches in der Praxis nicht optimal funktioniert. Daneben gibt es direkt mit der Stute verbundene elektronische Überwachungssysteme.

Der „Wächtomat®“ überprüft per Sensor an der Stute die Feuchtigkeit der Hautoberfläche. Stuten in der Wehentätigkeit schwitzen in der Regel. Der Schweiß wird vom Sensor erkannt und per Funk an einen Piepser weitergegeben. Vor allem in den warmen Monaten kann es bei diesem System den einen oder anderen Fehlalarm geben.
Der Wächtomat BII Combi wird mit einer Scheidenkontrolleinrichtung geliefert. Hierbei wird durch zwei an den Schamlippen befestigten Sonden zusätzlich das Vorwölben der Fruchtblase registriert und erhöht damit die Sicherheit der Geburtsüberwachung. Die Kosten variieren hier je nach Ausstattung zwischen ca. 900 und 1500 Euro.

Der „Birth alarm®“ ist auch ein System, dass an der Mutterstute mit einem Gurt befestigt ist. Dieses System meldet, wenn sich die Stute flach hinlegt. Nicht jedes flache Hinlegen heißt auch, dass die Geburt beginnt. Zwar meldet das System erst nach einigen Sekunden konstantem Liegens, was in einer reinen Ausruhsituation eher selten ist, doch kann das im Einzelfall schon einmal so sein. So kann es auch bei diesem System zu Fehlmeldungen kommen.

Ein weiteres sehr zuverlässiges aber auch aufwändiges und teueres System, ist das „Wolters Abfohlsystem®“. Bei diesem System wird ein Sender an die Schamlippen der Stute genäht. An die andere Schamlippe befestigt man an einer kleinen Schnur einen Magneten. Magnet und Sender werden miteinander verbunden. Kommt es während der Geburt zum Eintritt der Fruchtblase in den Geburtskanal bzw. tritt die Fruchtblase durch die weichen Geburtswege / Schamlippen nach außen, wird der Magnet vom Sender getrennt und ein Signal an einen Funkempfänger, Taschenempfänger oder ein Telefondurchwahlsystem weitergegeben. Dieses System ist das zuverlässigste. Aufwändig ist die Befestigung des Sendersystems an den Schamlippen der Stute. Dies muß vom Tierarzt unter lokaler Schmerzausschaltung festgenäht werden. Das System kostet je nach Ausführung ab brutto 2000.- Euro aufwärts.

Der Vorteil der elektronischen Überwachungssysteme ist, dass die Geburtsüberwachung sehr viel einfacher, komfortabler und damit auch sicherer wird. Der Stress für die Stute, als auch für die Personen, die die Geburtsüberwachung durchführen, ist deutlich geringer. Das Geburtsrisiko wird dadurch minimiert, dass man sofort über eine eingeleitete Geburt informiert wird. Eine professionelle Geburtsüberwachung reduziert die Verluste in der Pferdezucht und verbessert damit die ohnehin angespannte nervliche Situation im Pferdezuchtbetrieb zur Abfohlzeit.

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Die Fohlengeburt - die ersten Lebensstunden

Die Fohlensaison steht vor der Tür. Züchtern stellt sich nun oft die Frage, nach der Beurteilung des genauen Abfohlzeitpunktes, dem korrekten Verlauf der Geburt und dem Verhalten des neugeborenen Fohlens. Dies sind wissenswerte Dinge, denn die meisten Komplikationen bei der Fohlenaufzucht betreffen die Geburt bzw. die ersten 48 Stunden danach. Für diese Fragen gibt es keine pauschalen Antworten. In diesem Artikel sollen aber einige Anhaltspunkte und Kriterien genannt werden, die es dem Stutenhalter erleichtern soll, zu beurteilen, ob der Geburtsvorgang „normal“ verläuft, oder tierärztliche Hilfe nötig ist.
Die Geburt eines Fohlens ist sicherlich nach dem letzten Deck- bzw. Besamungstermin zu errechnen. Man rechnet mit ca. 335 Tagen nach der letzten Bedeckung. Dies ist ein Richtwert, und wie es Richtwerte so an sich haben treffen sie meistens nicht zu. Die Variationsbreite ist relativ groß. Die wenigsten Fohlen kommen vor dieser Zeit auf die Welt. Ein Fohlen ist auch erst relativ spät wirklich lebensfähig. Ein dem Frühgeborenen beim Menschen vergleichbares 9-Monat-Fohlen ist nicht überlebensfähig. Fohlen die 3 Wochen vor Geburtstermin auf die Welt kommen haben nur eine sehr geringe Überlebenschance.
Um nun den wahrscheinlichen Geburtstermin etwas genauer beurteilen zu können, gibt es einige Anzeichen, die man gut beobachten sollte. Kurz vor der Geburt bilden sich an den Ausführungsgängen der Zitzen der Stute Harztropfen. Sie sehen aus wie Honigtropfen und sollen das Ablaufen der sich nun bildenden Erstmilch, der Kolostralmilch, verhindern. Gleichzeitig kann man oft ein geringgradiges nach außen drehen der Zitzen beobachten. Die Beckenbänder lockern sich innerhalb der letzten Tage der Trächtigkeit. Alte Züchter sagen „der Bauch fällt“. Tatsächlich wirken diese Stuten im Rückenbereich spitzer und der Bauch hängt jetzt mehr nach unten. Die Flankenpartie, die Körperregion vor den Beckenknochen, wirkt eingefallen. Im Bereich der Scham verliert die Haut ihre Fältelung. Die Schleimhaut wird nun extrem gut durchblutet und verändert ihre Farbe von blaß rosa nach kräftig rot.
Kurz vor der sichtbaren Geburt des Fohlens beginnt das Öffnungsstadium. Die Stute verhält sich oft über mehrere Stunden unruhig. Manche Stute zeigen die gleichen Anzeichen wie bei einer milden Kolik. Sie schlagen mit dem Schweif, legen sich hin und stehen gleich danach wieder auf. Sie setzen auch häufiger Kot ab. Während dieser Zeit kommt es im Bereich der weichen Geburtswege zu einer Öffnung bzw. Dehnung. Um die Stute jetzt im Genitalbereich besser beobachten zu könne, und die eventuelle Hilfestellung bei der eigentlichen Geburt zu erleichtern, hat es sich bewährt, den Schweif der Stute einzubinden. Das Säubern des Schambereiches versteht sich von selbst.
Die zweite Phase der Geburt ist die Austreibungsphase. Sie beginnt mit dem Platzen der Fruchtblase. Der Stute laufen plötzlich mehrere Liter einer aromatisch riechenden hellgelblichen Flüssigkeit aus der Scheide. Die Farbe und der Geruch lassen die Unterscheidung zum Urinieren leicht zu. Nun folgt das Erscheinen der beiden gestreckten Vorderbeine und dem daraufliegenden Kopf des Fohlens. Die Austreibungsphase sollte nicht länger als 30 Minuten dauern.
Das Fohlen fällt bei der stehenden Stute in eine trockene, gut mit Stroh gepolsterte Box oder auch auf die Wiese. Die meisten Stute jedoch liegen während des Geburtsvorganges und bleiben oft auch nach der Geburt für einige Minuten liegen.
Bei dem Neugeborenen sollte man auf jeden Fall darauf achten, daß die Eihäute nicht über den Nüstern liegen. Fohlen können daran ersticken. Der Nabel reißt in der Regel ab. Falls nicht, sollte man ca. 8 Minuten warten und erst dann den Nabel an einer ca. 5 cm von der Bauchdecke entfernten Stelle abdrehen. Wichtig ist die Nabeldesinfektion mit einer Jodlösung! Diese sollte während der ersten Tage öfters wiederholt werden. Eine Nabelkontrolle über die ersten 10 Lebenstage sollte unbedingt erfolgen.
Die Stute tritt nach vollendeter Austreibung in die Nachgeburtsphase. Auch jetzt kann die Stute kolikartige Symptome zeigen. Diese Anzeichen werden durch die Nachwehen verursacht. Die Nachgeburt wird nun abgestoßen. Dieser Vorgang sollte spätestens 2 Stunden nach Geburt abgeschlossen sein. Wichtig ist auch, die Nachgeburt auf ihre Vollständigkeit zu prüfen. Ein Nachgeburtverhalten bei der Stute kann schwerwiegende Vergiftungserscheinungen bis hin zur Hufrehe verursachen.
Zurück zum neugeborenen Fohlen. Die Entwicklung des jungen Fohlens kann an verschiedenen Verhaltensweisen recht gut beurteilt werden:

Innerhalb der ersten 2 Minuten sollte es in Brustlage kommen und ruhig und regelmäßig atmen. Die Maulspalte sollte geschlossen sein. Fohlen, die auf der Seite liegen und unregelmäßig und angestrengt eventuell sogar durch das Maul atmen, sind ernst zu nehmen.
Innerhalb der ersten 30 Minuten sollte das Fohlen Aufstehversuche unternehmen. Fohlen, die unbeteiligt liegen bleiben oder sogar in Seitenlage krampfen sind nicht in Ordnung. Tierärztliche Hilfe ist dringend angezeigt
Innerhalb der ersten 2 Stunden sollte das Fohlen relativ sicher stehen. Ungenügende Aufstehversuche oder unbeteiligtes Liegenbleiben sind nicht die Regel.
Innerhalb der ersten 2 Stunden sollte das Fohlen auch den Kontakt zur Mutter suchen. Fohlen, die z.B. in die Ecken des Stalles laufen und sich nicht um ihre Mutter bemühen sind in ihrem Verhalten abnormal.
Möglichst innerhalb der ersten 3 Stunden sollte das Fohlen an der Mutter gesäugt haben. Zeiten bis 6 Stunden sind noch zu tolerieren. Die Aufnahme der Erstmilch ist sehr wichtig, da diese die Immunkörper auf das Fohlen übertragen. Die Aufnahme der Immunkörper über die Dünndarmschleimhaut des Fohlens sinkt mit der Zeit und stoppt nach ca. 12 Stunden.
Innerhalb der ersten 6 Stunden sollten die Fohlen koordiniert Stehen. Schwerfälliges Aufstehen, taumeln oder sonstige unkoordinierte Bewegungen sind jetzt nicht mehr zu tolerieren.
Die Körpertemperatur sollte nach den ersten 6 Stunden zwischen 38,2° und 39,0° liegen. Bedenkliche Abweichungen von der Norm wären Temperaturen über 39,2° oder unter 38,0°.
Innerhalb der ersten 8 Stunden nach der Geburt sollte das Mekonium (Darmpech) abgegangen sein. Der Kot sieht nach dem Abgang des Darmpechs hellgelb und dünnbreiig aus. Ist das Fohlen zunehmend unruhig und presst es ständig, sollte der Tierarzt zu Hilfe gerufen werden. Ein prophylaktische Gabe eines Klistieres, vor allem bei Hengstfohlen, direkt nach der Geburt hat sich sehr bewährt.


12-18 Stunden nach der Geburt sollte zur Bestimmung der Konzentration von Antikörpern im Blut des Fohlens ein Immuntest (IgG-Antikörpertest) durchgeführt werden. Dies ist eine Kontrolle, ob das Fohlen genügend und qualitativ ausreichend mit Immunsubstanzen versorgt ist. Diese Immunkörper sind für das Fohlen lebenswichtige Abwehrstoffe gegen die Keime in der Umgebung. Fohlen werden ohne Schutz-substanzen geboren und müssen sie über die Erstmilch – Biestmilch – Kolostralmilch – aufnehmen. Rechtzeitige Milchaufnahme ist daher von lebenserhaltender Bedeutung! Die Darmschranke ist nur während der ersten 12 – 18 Stunden für die Antikörper passierbar. Hat eine Stute keine oder nur wenig Milch, muß Ersatzkolostrum beschafft werden. Stutenhalter, die mehrere Zuchtstuten halten, sollten bei älteren Stuten, die in der Regel viel Kolostralmilch haben, Milch abmelken und für solche Fälle einfrieren.
Hat ein Fohlen im IgG-Test zu niedrige Werte, so sollte eine Bluttransfusion durchgeführt werden. Alternativ können auch Seren gespritzt werden, die jedoch keinen umfassenden Schutz vermitteln. Wichtig ist die Injektion eines passiven Tetanusserums für Fohlen und Mutterstute, falls die Mutter nicht geimpft ist.
Die Entwurmung der Stute sollte noch vor der Geburt des Fohlens erfolgen. Die Fohlen infiziieren sich mit Wurmlarven über die Milch . Aus diesem Grunde ist eine entsprechende Vorsorge unbedingt durchzuführen. Nach der Geburt sollte das Fohlen zwischen dem 4. und 6. Tag das erste mal entwurmt werden. Danach im Laufe der ersten 6 Monate alle 4 Wochen und anschließend bis zu einem Jahr alle 2 Monate. Eine regelmäßige Entwurmung verhindert Koliken und verbessert die Vorraussetzungen für eine gute körperliche Entwicklung der Fohlen.
Aktive Immunisierung – Impfung - ist bei Fohlen ab dem 4ten Lebensmonat durchführbar.
Trotz all dieser Eventualitäten ist es eher die Regel, daß Fohlen komplikationslos geboren werden und sich auch unproblematisch entwickeln. Dieser Artikel soll nicht den Sinn haben, Sie als Züchter zu demotivieren, sondern Ihnen helfen, kranke Tiere frühstmöglich zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

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Das ABC Röntgen    


Das ABC Röntgen

Röntgen ist heute längst eine Routineuntersuchung im Rahmen eines Pferdever- bzw. – ankaufes. Seit dies so ist wird über die Röntgenbefunde diskutiert. Ist ein Chip eine Katastrophe, ist die Randzacke schlimm oder nicht, wird aus den Veränderungen am Sprunggelenk einmal ein unbrauchbares Pferd usw.? Diese und viele andere Fragen sind es, die die Röntgenbildbeurteilung so schwierig gestalten. Um eine Vereinfachung der Beurteilung röntgenologischer Befunde hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Bedeutung zu bekommen, wurde ein Röntgenleitfaden mit einer Klassifizierung der Befunde erstellt.

In diesem Leitfaden sind die Befunde in 4 Gruppen eingeteilt.

In Gruppe 1 sind alle Röntgenbefunde eingestuft, die ohne eine Abweichung von der Norm oder im Rahmen von anatomischen Varianzen zu bewerten sind. Röntgenbefunde, bei denen geringgradige Normabweichungen vorliegen sind in Klasse 2 eingeteilt. Bei diesen Befunden gilt es als unwahrscheinlich, daß daraus eine Gesundheitsproblematik entsteht.

Befunde die in Klasse 3 rangieren, sind deutlich von der Norm abweichend. Bei diesen Befunden ist das Auftreten von klinischen Erscheinungen, in aller Regel Lahmheiten, wenig wahrscheinlich.

In Röntgenklasse 4 sind dann alle erheblich von der Norm abweichenden Befunde aufgeführt, die wahrscheinlich zu einer Gesundheitsbeeinträchtigung führen. In der neuen Fassung des Röntgenleitfadens sind auch Zwischenklasse vorgesehen. Diese zusätzlichen Möglichkeiten sollen aufzeigen, daß ein Befund je nach Ermessen des einzelnen Tierarztes, sowohl in der einen als auch in der anderen Klasse zu vertreten sind. Na also, so einfach ist das! Leider nicht! Das Röntgenbild ist sicherlich nicht das alleinig Seligmachende. Das Röntgen sollte nicht als einzelne Aussage für die Gesundheitliche Qualität eines Pferdes stehen. Viele haben schon den Fall erlebt, bei dem ein Pferd brilliante Bilder der Klasse 1 hatte und dennoch stumpf und zum Teil auch lahm ging. Umgekehrt sind Pferde mit Röntgenklasse 3 Bildern auch sehr gute und dauerhaft leistungsfähige Reit- und Sportpferde. Das heißt, die klinisch Untersuchung muß die Basis für jede An- bzw. Verkaufsuntersuchung sein. Landauf- Landab wird sogar die Qualität des Pferdes in Verbindung mit der Röntgenklasse gebracht. Aussagen wie: „Ich habe ein Pferd mit einem 1zer TÜV gekauft“ sind in Reiterkreisen häufige Redewendungen. Der sogenannte TÜV bezieht sich meist ausschließlich auf die Röntgenbilder. Oft wird hier sogar eine besondere Leistungsbereitschaft des Pferdes hineininterpretiert. Ganz sicher aber ist, daß das Röntgenbild mit der Qualität eines Pferde absolut nichts zu tun hat. Ein Pferd mit Röntgenbildern der Klasse 3 ist heute oft trotz sonstiger Qualitäten nicht mehr zu verkaufen. Es werden so viele Pferde „Totgeredet“, die absolut als Reit- und Sportpferd geeignet wären. Aus diesem Grund wird das für Tierarzt und Pferdekäufer gedachte Instrument der Röntgenklasseneinteilung auch heute nicht flächendeckend eingesetzt. Einige Tierärzte gehen schon wieder dazu über, Röntgenbefunde nur zu beschreiben und nicht in der oben beschriebenen Weise einzuteilen.
So kann einer vorschnellen Verurteilung eines guten Pferdes vorgebeugt werden. Unter dem Strich sollte man zuerst das Pferd betrachten, eine klinische Untersuchung im klassischen Sinne mit Anschauen, Vortraben, Beugen und Belasten an Longe in der Wendung auf weichem Boden durchführen. Sind diese Untersuchungen unauffällig, wird eine Standardröntgenuntersuchung durchgeführt.
Bei der Standardröntgenuntersuchung sind die Zehenaufnahmen vorne und hinten beidseits, die Aufnahme des Strahlbeines ( nach Oxspring) vorne beidseits, sowie je zwei Aufnahmen vom Sprunggelenk enthalten.
Für potentielle Sportpferde wird dieser Standard um 3 Rückenbilder und je 2 Röntgenbilder der Knie erhöht. Sind die Befunde in die Größenordnung der Klassen 1 und 2 einzuteilen, wird dies sicherlich kein Problem sein. Aber auch wenn die Röntgenbefunde Klasse 3 entsprechen, sollte dies nicht automatisch zur Kaufverhinderung führen. Das Röntgenbefunde , die in Klasse 4 einzuteilen sind häufig den Kauf zerschlagen, ist nachzuvollziehen. Schlussfolgerung ist: Man sollte zuerst nach dem Pferd und dann erst nach den Röntgenbildern schauen. Beides dann in Verbindung zu beurteilen wird dem Pferd sicher am gerechtesten.
Für den eiligen Leser:

Röntgen ist heute eine Standarduntersuchungsmethode

Röntgenbefunde sind in 4 Klassen eingeteilt

Röntgenklasse 1 Ohne besonderen Befund
Befunde in anatomischem Varianzbereich
Röntgenklasse 2 Gering von der Norm abweichend, klinische Erscheinungen unwahrscheinlich
Röntgenklasse 3 Deutlich von der Norm abweichend, klinische Erscheinungen wenig wahrscheinlich
Röntgenklasse 4 Erheblich von der Norm abweichend, klinische Erscheinungen wahrscheinlich

Zwischeneinteilungen wie 1-2 / 2-3 / 3-4 sind möglich und sollen die Möglichkeit aufzeigen, daß je nach Untersucher die höhere oder niedrigere Klasse vertretbar sind Gesundheitliche Qualität und sportliche Qualität sind nicht gleich Röntgenklasseneinteilung Kaufverhinderung nicht pauschal bei Röntgenklasse 3

Sprunggelenk ohne besonderen Befund – Röntgenklasse 1 roentgenbild Klasse 1
Geringgradige Aufhellung am vorderen Strahlbeinrand – Röntgenklasse 2 roentgenbild klaae 2
Gelenkchip im Sprunggelenk - Röntgenklasse 3 (-4) roentgenbild



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